Aktuelles

Der Start in den Sommerferien

Die Ministranten haben den Start in ihre Sommerferien und das Ende des Schuljahres dieses Jahr gebührend mit einem gemeinsamen Ausflug in den Straubinger Tiergarten genossen. Anschließend wurde gegrillt und zusammen Spiele gespielt. Als die erste größere Ministranten-Aktion seit Corona wurde der sonnig kühle Tag sehr gut ausgeschöpft und die Gemeinschaft durch die gemeinsam verbrachten Zeit gestärkt. Die Tischtennisplatte wurde nach langem wieder genutzt und das überstandene Schuljahr konnte entspannt ausklingen.

Text: Theresa Maier
Foto: Andrea Baumgartner

Geistliches Wort zum Pfingstfest 2022:

Pfingsten wird gern als das Geburtsfest der Kirche bezeichnet. Geburtstage verbinden wir mit einer fröhlichen und gelösten Stimmung. In der Kirche von heute ist jedoch das Gefühl von Starre und Lähmung zu spüren. Wir dürfen es nicht so stehen lassen. Bei runden Geburtstagen werden gerne Bilder aus vergangenen Jahrzehnten gezeigt, die an das Schöne und Gelungene im Leben des Geburtstagskindes erinnern. Wenn wir an belebende Erfahrungen der Kirche mit dem Geist Gottes denken, kann es uns auch Pfingsten erschließen. Wenn wir ahnen, was Gottes Geist wollte und tat, können wir auch ahnen, wo und wie wir den Geist heute erfahren können und weiter blühen lassen. „Die Erfahrung“ von Pfingsten damals war erlebbar durch die Predigt des Petrus in Jerusalem. Da konnte er Bilder und Worte finden, in denen Pfingsten verdeutlicht werden kann. Darin erleben wir, dass Pfingsten also da ist, wo Menschen von Christus und seiner Botschaft überzeugt sind. Das geschieht noch heute.

Die Zeit, als die Kirche ihr zweites Vatikanisches Konzil abgehalten hat, wurde auch als Pfingsten der Kirche beschrieben und erlebt. Es bestand im gegenseitigen Hinhören und in der Sehnsucht, die „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen“ zu verstehen und zu teilen. Es war die Zeit, in der neue Bilder des Glaubens in der Welt geteilt wurden. So kann Pfingsten heute darin bestehen, die Texte dieses gemeinsamen Suchens ernst zu nehmen und weiter zu Verlebendigen. Manche Freude und Hoffnung, manche Trauer und Angst sind noch immer dieselbe wie vor dem Konzil. Dazu sind aber manche neu entstanden und drängen mehr. Vielleicht kann aus dem ganzen noch etwas werden, was Gott uns erst noch zeigen will.

Pfingsten zu feiern ist mehr als eine Erinnerung an das Fest von damals. Durch den Jahreskreis der Kirche stellt man fest: Weihnachten kann das Nachdenken darüber sein, dass Gott in die Welt gekommen ist. Gott wurde Mensch um uns zu zeigen, wie das Menschenleben gelingen kann. An Ostern spüren wir das Leben, an dem wir als Erlöste Anteil haben. Darin haben Leid und Tod nicht das letzte Wort, sondern die Auferstehung. Dabei kann man verweilen. Bei Pfingsten aber kann man nicht verweilen. Pfingsten hat so viel an Bewegung und so viel mitreißende Kraft, dass es uns mitnehmen will. Pfingsten ist die Einladung an uns, uns auf den Weg zu machen und Gott durch uns handeln zu lassen. Gott steht in vielen Startlöchern. Es liegt an uns, ihm eine Chance zu geben, mitzugehen auf unseren Wegen – in unserem eigenen Leben, im Leben unserer Familie, und im Leben unserer Kirche und Gesellschaft. Also Aufbrechen!

 

Dr. Dr. Emeka V. Ndukaihe (Pfarrer)

Ostergruß 2022
Liebe Mitchristen, liebe Gemeinde,
die Ostergeschichte ist mit einem Paradox verbunden: Finster und hell, Dunkelheit und Licht. Alles in einer Nacht! Wir versammeln uns in einer ganz dunklen Kirche und dann wird uns das Licht der Osterkerze geschenkt. D.h. Mitten in Dunkelheit geht uns das Licht auf. Es ist, als ob im Leben und um uns herum alles verborgen ist und zugleich neu und sichtbarer wird. Ja! Nur einer kann dieses Paradox lösen – Jesus Christus – der als Licht der Welt die Dunkelheit überwinden kann. Wir stoßen immer wieder in den Osterlesungen auf diese Dunkelheit – die Schuld, in der sich Menschen verstricken. Manchmal bewusst aber oft unbewusst, meistens sogar ohne Absicht. Heute sind wir in Europa und vielen anderen Teilen der Welt mit der Dunkelheit des Krieges konfrontiert. Die Wirkung ist enorm. Ja! Es geschieht so vieles in der Welt, das böse ist und Böses macht. Teils akzeptiert, verharmlost und teils verschwiegen. Trotzdem kennt einer – Jesus- dieses Paradox gut und kann in der Dunkelheit das Licht scheinen lassen.
Traditionell erneuern wir im Osternachtgottesdienst unser Taufversprechen. Für uns Christen ist die Taufe Dreh- und Angelpunkt einer neuen Zukunft. Auch einer neuen Welt. Der alte Mensch kann sterben, der neue wird auferstehen. Wobei der alte Mensch nichts mit dem Lebensalter zu tun hat, der neue auch nicht. Alt ist alles, was Leben zerstört, was Hoffnungen tötet, was Angst macht – neu ist alles, was in der Liebe geschieht, was Zukunft gewährt, was Glauben schenkt. Verwundert, fast schon ein wenig betroffen denke ich an mich: Was ist denn in meinem Leben immer noch alt, was neu? Jesus, der für uns gestorben ist, der für uns von den Toten auferstand ist, nimmt uns in der Taufe in sein Leben hinein. In der Osternacht lassen wir uns daran erinnern. Ja, wir versprechen ihm -Jesus- neu, den alten Mächten abzusagen und an ihm festzuhalten.
Das Szenario des leeren Grabes ist in sich auch ein Paradox. Wir hören von Frauen, die mit dem Tod Jesu alle Hoffnungen verloren haben. Auch die Hoffnung, dass das Reich Gottes anbrechen würde. Der Tod hat scheinbar alles, was Jesus gesagt und getan hat, zunichte gemacht. An diesem Morgen scheint noch mehr tot zu sein als nur Jesus. Und genau aus diesem Tod dürfen sie auf Leben hoffen. Plötzlich sagte ein Engel zu ihnen: „Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier.“ Also, nicht einmal der Tod kann Jesus wegschließen. Ja! Nach den Ereignissen am Karfreitag löste das leere Grab weitere Verzweiflung aus, aber die Worte des Engels erzeugten wieder Zuversicht. Die Hoffnung ist wieder erwacht! Überzeugter wird es: Wir sind nicht Zeugen des Todes, wir sind Zeugen des Lichtes, Zeugen seines Lebens – Jesus Christus. Fortan, mit der Auferstehung beginnt Gott seine Schöpfung neu. Für Menschen, die immer noch im Bann des Todes stehen, Angst kennen oder Angst machen: Es bricht eine neue Zeit an.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest!

Pfarrer E. V. Ndukaihe
(Im Namen des Pfarrteams)

Eine Begegnung voller Freude und Hoffnung!
Schön, dass wir das erleben dürfen! Zwei Menschen treffen sich, zwei werdende Mütter! Die eine ist fast schon zu alt! Die andere fast noch zu jung! Die eine hat ganz viel Geschichte hinter sich – die andere noch ganz viel vor sich. Elisabeth und Maria. Zwei verschiedene Generationen. Doch worauf es ankommt – das sind die Kinder. Was von ihnen zu sehen ist? Gewölbte Bäuche; das Schweben zwischen Freude und Zweifel! Aber auch gleich voller Hoffnung. In seinem Evangelium erzählt Lukas (1,38-45) von dieser einmaligen Begegnung. Eine Wiederholung hat es leider nicht gegeben. Nur die beiden Kinder werden später ständig irgendetwas miteinander zu tun haben.
Merkwürdig an diesen beiden Menschen ist: Die Freude von Elisabeth gilt nicht dem Kind, das in ihrem Bauch wächst – sie freut sich überschwänglich über das Kind, das im Bauch der Maria darauf wartet, das Licht der Welt zu erblicken. Die alte Frau nennt das noch nicht geborene Kind sogar ihren Herrn! Große Dinge scheinen sich anzukündigen, von denen wir noch wenig wissen. Was weiß Elisabeth? Maria ist in dieser Begegnung still. Sie sagt – außer ihrem Gruß, als sie das Haus betritt – kein Wort. Sie hört zu und überlegt die Aussage Elisabeths in Dankbarkeit.
Die Bewegung des Babys im Bauch könnte so gedeutet werden: Johannes freut sich auf Jesus! Johannes freut sich darüber, dass die alten Verheißungen Gottes in Erfüllung gehen. Dabei ist Johannes noch nicht einmal geboren! Das macht diese Geschichte schön und spannend. Bevor nur ein Wort gesagt wird, wandert die Freude über die Bäuche der Frauen. Es ist jetzt nicht das Gesicht, auch nicht die Augen, die lachen – es ist der Bauch! Diese Lukas Geschichte ist einmalig: dass ein Bauch vor Freude bebt, hat die Welt bis dahin noch nicht gesehen.
Diese Begegnung zwischen Elisabeth und Maria ist eine intime Szene – eigentlich. Von Lukas aber so gemalt, dass die ganze Welt zusehen soll. In der Begegnung dieser beiden Frauen treffen Welten aufeinander: die „alte“ Welt, die die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat – und die „neue“ Welt, die Schalom, Frieden, Heil bringt. Hier treffen Hoffnungen aufeinander. Dass Gott so klein anfängt, passt ER doch tatsächlich in einen Bauch.
In dieser Begegnung spüren wir Zärtlichkeit und Nähe. Man fühlt die Wärme der Haut, die Wärme des Atems. Die leisen Worte. Die Hand der Elisabeth – sie liegt jetzt auf dem Bauch der jungen Frau – und spürt wie sich das Kleine bewegt. Wir sehen die Geborgenheit. Eine Hand legt sich auf die Schulter, die andere auf den Bauch. Elisabeth freut sich, ihr Kind freut sich auch, und schenkt Maria Nähe und Wärme, dem Mädchen, das verzweifelt und hilflos einfach dasteht. Maria brachte ihr Kind zur Welt, dann ist Weihnachten.
Nun frage ich mich: Was schenke ich den Andern bei unseren Begegnungen? Angst/Traurigkeit, oder eben Geborgenheit, Freude und Hoffnung? Ja! Dass Menschen in Sicherheit wohnen und glücklich sein können, ist eine Hoffnung von einem Ende der Erde zum anderen. Manchmal braucht der Frieden – nur einen Menschen. Kann ich wohl dieser Mensch sein?
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neu Jahr 2022.
Bleiben Sie gesund!
Ihr/Euer Pfarrer
Emeka Ndukaihe

„Lichternacht“ in der Pfarrei Christkönig
„Zur Mitte finden“ – betrifft uns alle.

Vorabendgottesdienst zum 3. Adventsonntag „Gaudete“ in der Pfarrei Christkönig

Straubing (spe)
„Gaudete“, so beginnt der Introitus des Dritten Adventssonntags mit dem Wort GAUDETE (Freuet Euch). Die Liturgie stimmt die Gläubigen darauf ein, dass der Herr mit der Erlösungsgnade nahe ist, daher „Freuet Euch“. Pfarrer Dr. Emeke Ndukaihe und Diakon Wolfgang Sattich-Jaklin setzten diese Botschaft um. In den Texten und der musikalischen Einstimmung, die Frau Barbara Fellinger mit einfacher, stimmiger Diktion leistete, spürten die Gläubigen diese .
Brennende Kerzenlichter in Form von Labyrinthen gelegt, bestimmten den Altarraum. Pfarrer Dr. Emeke Ndukaihe thematisierte die Schwierigkeit, die die Menschen haben, die Mitte zu finden. Er formulierte die Herausforderungen des Alltags, worum die Menschen ihren Lebens-mittelunkt kreisen lassen, was ihnen wichtig ist: Auto, Besitz, Beruf und Karriere oder Kinder. Manche Menschen machen sich aber selber zum Mittelpunkt, kreisen nur um sich selbst. Das führt erheblich zur Krise, meinte der Prediger. „Der Grund dafür ist einfach zu benennen!“ meinte Dr. Ndukaihe. Die Zielrichtung ist nämlich falsch gewählt, es fehle Christus, als der Mittelpunkt, als der bestimmende Anker. Lektorin Frau Christa Steindl trug sodann das „Hohelied der Liebe“ vor. Darin wird das Wesentliche ausgedrückt, kommentierte Dr. Ndukaiha, worauf es im Leben ankommt.
Die Geschichte vom „Kleinen Licht“, rezitierte Frau Erna Endner. Die Lichtthematik führte Diakon Wolfgang Sattich-Jaklin mit dem Textbeitrag „Das Licht leuchtet in der Finsternis“ weiter und führte damit erneut zum Kernthema „Mitte finden!“ Die gebrochene, gebrauchte Osterkerze wurde vom liturgischen Dienst, von Frau Andrea Baumgartner, zum Altar ge-bracht, ganz in den Mittelunkt gestellt. Sie sollte symbolisch verdeutlichen, dass es im menschlichen Leben keine leidfreie Zone gebe. Erfolgreiches Leben beinhalte auch den Schmerz, aber auch dessen Überwindung. Der Prediger verwies auf die Kerze und lenkte den Blick auf die Brüche und Schäden, die auf der Kerze zu erkennen sind. „Der Sinn einer Kerze ist es, Licht zu erzeugen, sogar im Modus des Gebrochenen!“ meinte Dr. Ndukaihe. Der Lebenssinn einer Kerze ist es, im Brennen zu vergehen, zu schmelzen; das ist der Sinn des Kerzenlebens. „Auf den Menschen übertragen heißt das, dass wir Menschen durch das Labyrinth des Lebens zwar beschwerliche Wege beschreiten, aber den Lichtstrahl, der uns Orientierung gibt, können wir in Christus erkennen.

Der Weg zur Mitte
Um den Weg zur Mitte zu finden, empfahl Dr. Ndukaiha 5 Schritte. Jeder ist einmalig, einzigartig und unverwechselbar. Und daher sollte sich keiner mit anderen Menschen vergleichen. Die Angst ist ein schlechter Ratgeber; jeder Mensch trägt zwar Ängste und Befürchtungen mit sich; sie sind aber als Herausforderungen zu meistern. Der dritte Rat bezog sich auf die eigene Bequemlichkeit. „Überwinden Sie die Komfortzone!“, meine der Pfarrer. Im nächsten Ratschlag empfahl er sich selbst anzunehmen, so wie man ist und welche Fähigkeiten man mitbringt. Und im Wesentlichen mögen Sie gelassener werden und auch mehr Zeit für sich selber zu entdecken, dann kann man im Labyrinth des Lebens auch die Mitte finden und ein Stück mehr „Selbst“ werden.
In der Pfarrei Christkönig wird diese Botschaft von „Gaudete“, dieses „Freuet Euch“ umgesetzt und somit die Erwartung auf die Geburt des Erlösers vorbereitet.
Wohltuende Ruhe bestimmte den Kirchenraum und die vielen Kerzen, die „Labyrinthe“ des Lebens nachgehen strukturierten den Altarbereich. Sie bestimmen durch ihre Leuchtkraft den Raum, führen den Kirchenbesucher in eine mystische Welt. Das, was wir landläufig mit der „Stillen Zeit“ – als der „Adventszeit“ benennen, wird hier spürbar. Denn in den Texten und Gedanken des Priesters und der Lektoren wird absolut das Hinhören auf den Kern der Umkehr, wie es die Adventszeit mit uns vorhat, umgesetzt. Höchst beeindruckend es ist aber, den Kirchenbesuchern tut diese Abendstunde gut, denn sie bleiben noch lange sitzen, meditierend, in sich einkehrend und wohl die Botschaft der Ankunft des Herrn bedenkend. Und das in der Coronazeit, Hygiene und Abstände berücksichtigend. Somit war die Kirche bis in die „letzte Ecke“ gefüllt!
-spe-
Bilder:
• Kirchenraum in Christkönig – Labyrinth
• Zelebranten (von links) Diakon Wolfgang Sattich-Jaklin und
Pfarrer Dr. Emeke Ndukaihe

Begleitwort des Pfarrers in den Sommer-Ferien 2021:
Liebe Gemeinde, auch wenn so eine längere Auszeit wie im Sommerurlaub nicht immer möglich ist, muss man sich regelmäßig, wenn die Kräfte aufgebraucht sind, Orte der Stille zum Ausruhen aufsuchen. Selbst Jesus lädt im Markus-Evangelium (Mk.6, 30ff) seine Jünger nach ihrem Einsatz ein: „Kommt mit an einen einsamen, stillen Ort und ruht ein wenig aus“. Ja! Dem Stress des Alltags entfliehen, zur Ruhe kommen, zu mir selbst finden, dazu lädt Jesus hier ein. Diese Einladung Jesu können auch wir in die Ferienzeit übertragen.
Tatsächlich waren die Jünger Jesu fleißig unterwegs, „sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen.“ Da ist viel Arbeitsbegeisterung heraus zu spüren. Dann kam dieser Ruf: Rückzug. Abschalten. Einmal Zeit nehmen für dich. Einfach da sein. Ja! Jesus versteht es: die Jünger müssen nicht nur „funktionieren.“ Eben! In der Rasanz unserer Zeit muss der Mensch aber nur funktionieren, Leistung erbringen, nach dem Motto „Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen.“
Nun stelle ich mir bildlich vor, wie die Jünger nach ihrer Rückkehr von ihren Erlebnissen berichten, einige vielleicht ganz aufgeregt und euphorisch, andere vielleicht resignierend. Es ist wichtig, dass sie die Fülle ihrer Erfahrungen miteinander und mit Jesus teilen können. Dazu lädt uns Jesus zum einsamen Ort in den Ferien ein – um unsere Erfahrung/Erlebnisse mit ihm bzw. mit unseren Familien / Freunden zu teilen. Heute geht es vielen Menschen so, dass sie kaum noch abschalten können. Immer größere Herausforderungen im Beruf – heuer noch brisanter mit Home Office und allem, was dazu gehört. Der Leistungsdruck in der Gesellschaft wächst, und wir setzen uns immer wieder auch selbst unter Druck.
Scheinbar hat uns die Corona-Pandemie Rückzug und Isolierung verordnet, Chance für den „einsamen Ort“, den die Bibel beschreibt. Ein Ort, sich wieder selbst zu finden nach Hast, Terminkollisionen, Stress. Dieser Ort bietet Möglichkeit nachzufragen: Worin liegt der Grund meiner Unruhe? Was ist der Sinn meines Lebens? Wohin gehe ich? Ja! Wer ausgebrannt ist, wer im Burnout oder in der Depression lebt, kann doch nicht „Salz der Erde“, „Licht der Welt“ sein, wie von uns Christen erwartet wird; anders gesagt: der kann doch nicht Freude, Hoffnung, Zuversicht vermitteln.
Bei allem, was wir tun, ist es wichtig, immer wieder innezuhalten, sich eine Pause zu gönnen und zur Ruhe zu kommen. In dieser Ruhe werde ich wieder offen sein – für das Wesentliche; kann ich Gott in mich einlassen und meine Beziehung zu ihm neu beleben. Es gibt ganz unterschiedliche Methoden, wie Menschen abschalten können: die einen ziehen sich tatsächlich in die Einsamkeit zurück, auf einen Berg, an einen See, ans Meer; die einen brauchen Sport, Jogging, Fahrrad, andere brauchen den Austausch mit einem guten Freund oder einer guten Freundin, manche ziehen sich in ein Kloster zurück, andere in die Bibliothek, einige machen sich auf einen (Pilger)Weg, usw. Diese Zeit des Sommerurlaubs wäre eine gute Möglichkeit zur Ruhe zu kommen. Einfach abschalten.
Auch im Alten Testament hat Gott den Sabbat (Tag des Herrn) als „Tag des Ruhens“ geheiligt. Er soll für jeden ein Tag der Gottesbegegnung sein, mit Einladung nicht nur zum politischen- / wirtschaftlichen- / touristischen- / gastronomischen Stammtisch, sondern auch an den eucharistischen Stammtisch. Die Gelehrten des Talmud erzählen, dass der Sabbat nicht deshalb geschaffen wurde, weil Gott Ruhe gebraucht hätte, sondern Gott wollte, dass die Ruhe für uns geheiligt werde. Davon sind wir heute oft weit abgerückt. Ich meine nur: Zeit zum Abschalten ist lebensnotwendig. Allerdings dürfen wir nicht bei der Suche nach diesem stillen Ort des Ausruhens Gott außenvor lassen. Er schenkt uns die Kraft für neue Herausforderungen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne Ferienzeit mit dem Segen Gottes.
Ihr Pfarrer Emeka Ndukaihe

Konsequenzen des Pfingst-Ereignisses
Pfingsten heißt: Gott schüttet seinen Geist über uns aus, grenzenlos ist seine Liebe. Menschen fangen an, sich zu verstehen, Verzagte werden mutig, Verstummten wachsen die Worte zu. Plötzlich fühlen wir einen guten Geist in der Welt. Ja! In der Sprache der Menschen gibt es Wörter, von denen man sagen kann: man kann das nicht sehen, nicht greifen, aber man kann es fühlen – z. B: Liebe, Freude oder Geist. Ich kann den Heiligen Geist nicht sehen, aber ich kann ihn erfahren. In der Apostelgeschichte (2,1-13) wird es faszinierend geschildert, wie der Heilige Geist wirkt. Der Sturm, die Feuerzungen, das Brausen vom Himmel. Das alles hat die Apostel bewegt. Jesus hat seinen Geist gesendet. Das spürten sie. Sie wurden begeistert in einem ganz tiefen Sinn. Nun, als sie spürten: alles ist doch wahr, da konnten sie vor die Menschen treten. Dann hören wir wie Petrus plötzlich mutig wird und von seinen Erfahrungen überzeugend redet. Sicher: Petrus war kein Redner, er war Fischer. Er hat niemals einen Rhetorikkurs besucht. Er konnte einfach reden, weil er begeistert war. Es gibt auch unter uns Christen Menschen, denen das freimütige Sprechen in die Wiege gelegt ist. Sie können freimütig über ihren Glauben erzählen. Solche brauchen wir heute mehr dann je.
Die Frohbotschaft mit Worten zu verkünden, das ist nicht nur Priestern vorbehalten. Es gibt sicher viele Möglichkeiten, von meinem Glauben zu sprechen. Das Tun ist auch wichtig. Die Apostelgeschichte hat einen sehr symbolischen Zug. Die Apostel werden verstanden von den verschiedenen Völkern. Übertragen auf uns: wer erfüllt vom Heiligen Geist spricht, der spricht so, dass ihn jeder verstehen kann, sei es ein gebildeter, sei es ein ungebildeter Mensch. Die Menschen werden angerührt. Der Glaube entsteht dadurch, dass andere Menschen erzählen, dass andere diesen Glauben mutig in Wort oder Tat verkünden. Pfingsten sagt uns: wir brauchen uns mit der christlichen Botschaft nicht zu verstecken. Johannes beschreibt in seinem Evangelium (Joh.20,19-23), dass die Jünger aus Angst vor den Juden die Türen verschlossen. Doch sind diese Türen kein Hindernis für den Geist Gottes. Wir haben auch viele Türen aus Angst verschlossen. Jesus aber nimmt die Ängste der Jünger ernst. Er nimmt auch unsere Ängste ernst. Ich bin sehr davon überzeugt: gerade meine Ängste, die Ängste der Kirche nimmt Gott an, um sein Werk zu tun. Die Ängste können für mich ein Weg zu Gott sein, indem ich lerne: ich bin als Mensch abhängig von Gott, angewiesen auf seine Fürsorge für mich.
Gott beruft auch heute noch Menschen – dich und mich. Er erfüllt uns immer noch mit seinem Geist. Die Pfingstbotschaft kann mir Mut machen, sich ganz auf Gott zu verlassen, mich bei ihm geborgen zu wissen; aus der Überzeugung: ich lebe aus seiner Kraft. Ich lebe daraus, dass er mich anhaucht. Zwei Mal erzählt die Bibel, dass Gott den Menschen anhaucht: einmal in der Schöpfungsgeschichte (Genesis 1,26-31): Gott blies seinen Lebensatem in den Menschen; zweitens in der Pfingstgeschichte (Joh.20,19-23). Dieses Mal, in Verbindung mit Vergebung. Jesus spricht: „Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben“. Das heißt: Jeder Akt der Vergebung, jede kleine Versöhnung ist doch ein Zeichen, dass Gottes Geist wirkt in uns. Menschen lernen durch den Geist Gottes einander zu verstehen und gegenseitig anzunehmen. Nicht umsonst zählt Paulus daher in seinem Brief an die Galater (5,16-25) auf, was die Werke des Geistes sind: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Diese tragen zur Versöhnung bei. Sie führen mich zu Gott und den Menschen hin. Ja! Der Geist eint Menschen – unter sich und mit Gott. In der Liebe wirkt der Heilige Geist konkret bei einzelnen und in der Gemeinschaft.
Ihr Pfarrer
Dr. Dr. Emeka V. Ndukaihe

Ostergruß 2021
Ist das Leid wirklich Sinnlos?
Liebe Gemeinde, das zweite „Corona-Osterfest“ wird angeläutet. Wie wird es uns dabei gehen, die Karwoche nun wieder im Lockdown zu feiern? Für mich ist es schmerzhaft – und ich vermute, dass Sie es ähnlich empfinden. Unterschiedliche Reaktionen sind nachvollzielbar. Wenn wir in eine unbekannte bedrohliche Situation kommen, fühlen wir uns ausgeliefert. Entweder wir fallen in die Schockstarre oder wollen aktiv werden und reagieren mit panischem Aktionismus. Sobald wir etwas getan haben, auch wenn es noch so irrational ist, fühlen wir uns erleichtert. Als im März 2020 der Corona-Lockdown angekündigt wurde haben viele von uns mit panikartigen Einkäufen reagiert, Waren des täglichen Bedarfs gehamstert. Hefe und Klopapier waren Spitzenreiter und lange ausverkauft. Aus heutiger Sicht eine lächerliche Reaktion.
Auf unterschiedliche Weise setzt sich der irrationale Umgang mit der Bedrohung jedoch bis heute fort. Dabei machen alle möglichen und unmöglichen Erklärungstheorien und Vorschläge zur Bekämpfung der Pandemie die Runde. Populisten versuchen aus der Angst politisches Kapital zu schlagen. Geschäftemacher nutzen die Not schamlos aus. Zum Glück gibt es da noch Menschen, die kühlen Kopf bewahren. Ihnen gelingt es, durch rationalen Umgang besser mit der Situation klarzukommen. Durch simple Maßnahmen wie Abstandhalten, Mund- und Nasenschutz sowie Händedesinfektion können wir uns weitgehend vor Ansteckung schützen. Das hatten wir bald gelernt, es ist uns in Fleisch und Blut über gegangen.
Wie aber lassen sich unserer Panik, unsere Niedergeschlagenheit und unsere düsteren Gedanken verstehen? Es ist einfach: Immer ist Angst vor dem Leiden im Spiel. Dank des Wohlstands der letzten Jahrzehnte haben wir es geschafft, das Leid an den Rand zu drängen. So haben wir es einfach verlernt, mit Leid umzugehen. Leidensfähigkeit aber ist im Grunde eine Voraussetzung für Wachstum; sie hilft bei der Selbstreflexion, stärkt die Kraft zur Veränderung, lässt uns reifen und über uns selbst hinauswachsen, uns selbst zu transzendieren. Das Leid ist unvermeidlich und sogar natürlich, so steht das Leiden schon am Anfang unseres Lebens: Für Mutter und Kind ist die Geburt ein Vorgang voller Leid und Schmerz. Und doch ist die Geburt das Tor zum Leben. Die Heilige Woche führt uns diesen Zusammenhang theologisch sinnenhaft vor Augen: das Leiden geht der Auferstehung voraus; trotzdem haben wir Angst davor! Ziel und Sinn des Lebens aber sind nicht materielle Werte im Überfluss. – Denn die sind am Ende wirklich überflüssig!
Der Sinn unseres Lebens ist die Reife der menschlichen Seele! Und auch dieses Reifen geht nicht ohne leidvolle Erfahrungen. Das gilt auch für Jesus. Welchen Sinn hatte also das Leiden Jesu? Jesus erkennt, dass sein Weg ein leidvoller sein wird und er versucht dies seinen Jüngern klarzumachen. Sie aber verstehen ihn nicht. Sie verdrängen die Möglichkeit des Leidens. Da sind die Jünger uns ganz ähnlich: Kein Mensch sucht das Leid freiwillig. Solange wir nur können, drängen wir den Gedanken an das Leid aus unserem Leben. Wenn jemand ein schweres Leid trifft, neigen wir dazu es als ein bedauerliches Einzelschicksal zu betrachten. Nichts scheint uns sinnloser als das Leiden. Im Leiden etwaige Sinnhaftigkeit zu suchen scheint uns völlig absurd, darüber nachzudenken Gedankenverschwendung.
Einmal greift Jesus in der Erklärung seines Leidens auf ein Bild aus der Natur zurück und bietet es auch uns als Hilfe zum Verstehen des Leidens an. „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.“ (Joh. 12,24). In dieser Sichtweise ist das Sterben des Weizenkorns nicht Tod sondern Verwandlung. Als Verwandlung bringt es neues Leben hervor. Tatsache ist: Wenn uns Leiden (z.B.: Corona) auferlegt ist, bedeutet dies immer einen schmerzhaften Einschnitt in unser Leben. Meist verändert es Gewohnheiten und Abläufe. Wir unternehmen alles Mögliche – Rationales und Irrationales – um Leid abzuwenden. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Leidsituationen uns nicht nur mit der Frage nach dem Sinn des Leidens konfrontiert, sondern mit der grundsätzlicheren Frage nach dem Sinn des Lebens. Schließlich gelangen wir zur Frage, ob es noch einen letzten Sinn gibt, wenn wir das jetzige Leben ganz loslassen müssen. Führt uns nicht so, die Frage über das Leid zu den großen Fragen des Lebens? Gibt es überhaupt bedeutsamere Fragen in und für unser Leben?
Diese Fragen öffnen Fenster und Türen zur Osterbotschaft. Leiden und Sterben gehen der Auferstehung Christi voraus. Das bedeutet: Leid und Tod haben nicht das letzte Wort! Jesus hat in seiner Beziehung zum Vater den Tod überwunden und uns so den Weg zum Vater gezeigt. Leben bedeutet: Herausforderungen, auch Leid im Blick auf die Auferstehung anzugehen. Denn die Auferstehung ist uns in Jesus Christus zugesagt. Wer am Ende mit IHM auferstehen wird, muss sein Leid im Sinne Jesu annehmen. Unser aller Leiden an der Pandemie kann in jedem einzelnen einen (Lern-)Prozess einleiten, der in unvorhersehbarer Weise Früchte trägt. Für uns stellt sich in diesen Tagen unausweichlich die Frage: Kann ich diese entbehrungsreiche Zeit annehmen und kann ich mich der Führung Gottes anvertrauen damit neue Früchte wachsen können und mein Leben einen jetzt noch verborgenen Sinn findet.
Im diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen, auch im Namen des Pfarrteams, ein gesegnetes Osterfest, ein im Herzen frohes Fest der Auferstehung und des neuen Lebens. Bleiben Sie gesund.
Ihr Pfarrer,
Emeka Ndukaihe

Weihnachtsgrüße 2020

Liebe Pfarrgemeinde, es ist wieder Weihnachten, ein Weihnachten, das allerdings anders sein wird als sonst. Die Corona-Pandemie hat alles verändert. Unsere Sorgen, Fragen und Zweifel holen uns ein. Hoffnung; hoffnungsvolle Geduld ist die beste Strategie um derzeit zu überstehen. Allen unseren Problemen zum Trotz: Jesus ist dennoch in die Welt gekommen, um uns zu wandeln und auch um diese Welt zu verändern, um sie, nach und nach wieder zu einem Ort zu machen, an dem Menschen zufrieden leben können, an dem sich Menschen entfalten können. Ja! Mit seinem Kommen in die Welt hat Gott gezeigt: diese Welt ist kein Zufall und es ist ihm nicht egal. In Jesus greift Gott in den Lauf der Welt ein – um alles wieder herzustellen.

Ja! Jesus begleitet uns als das Licht in der Dunkelheit. Er macht unser Leben hell. Es gibt keine absolute Hoffnungslosigkeit, keine letzte Verzweiflung für den, der glaubt. Die Dunkelheit ist nicht zu leugnen. Sie ist der Kontrast zum Licht. Das Leuchten des Lichtes können unsere Augen erst in der Dunkelheit wahrnehmen. Dieses Licht lässt unser Herz gelassener werden und nimmt die Angst. Wir sind berufen, für dieses Licht Zeugnis abzulegen; damit die Welt, die „im Dunkeln lebt“ erleuchtet wird. Jesus ist gekommen um uns zu zeigen: Gottes Liebe ist erfahrbar, auch in dieser Welt. Darum dürfen wir uns auf das Jesus-Kind einlassen und seine Geburt feiern, mit der festen Zuversicht, dass Jesus immer mehr unser Denken, unser Handeln und Reden bestimmen möge.

Da die Corona-Pandemie uns leider hindert, das Weihnachtsfest zusammen zu feiern, möchte ich auf diesem Weg DANKE an alle sagen, die unsere Pfarrgemeinde am Leben halten – sowohl die hauptamtlichen- als auch ehrenamtlichen Mitarbeiter/Innen. Vergelt’s Gott an alle Teams: in der Seelsorge, im Pfarrbüro und im Kindergarten, an die Kirchenverwaltung, den  Pfarrgemeinderat, die Leitungen und Mitwirkenden aller Gruppierungen und an  jegliche Helfer, die unserer Pfarrei einen Dienst erweisen.

Der ganzen Pfarrgemeinde: Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Frauen und Männern, Kranken und Gesunden, jung und alt, wünsche ich ein Fest voller Frieden und Freude. Trotz der jetzt schwierigen Situation dürfen wir die Hoffnung und unseren Glauben an Gott nicht verlieren. Es wird alles gut. Bleiben Sie alle gesund.

Gesegnete und fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2021 wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer

Dr. Dr. Emeka V. Ndukaihe

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